Zugegeben, es gibt ein paar Begriffe, Buzz-Words, die ich nicht mehr hören kann.

Wer A sagt, muss nicht B sagen!

Neben den allgemein gültigen Gesetzen, Regeln und Konventionen, gibt es noch die eigenen Wert- und Moralvorstellungen, die so genannten Soft Skills und die inneren Grund- und Glaubenssätze. Wir Deutschen gelten ja als besonders diszipliniert darin, uns an geltende Regeln zu halten. Auch wenn das im Straßenverkehr immer weniger zu sehen ist.

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Heute wollen wir uns allerdings nicht mit den äußeren Regeln beschäftigen, sondern mit den inneren.

Sagen Sie nicht B, sondern lieber C, D oder E!

Innere Überzeugungen oder Glaubenssätze sind ja nichts, was wir von Geburt an in uns tragen, sondern sind erlernte Verhaltensmuster, die uns helfen, das Leben zu vereinfachen und unserem Alltag Struktur zu geben. Das ist in vielen Fällen auch gut so, richtig und bewährt. Problematisch wird es allerdings, wenn wir nach unseren inneren Grundsätzen handeln, die wir irgendwann einmal gelernt haben, sich aber die Bedingungen für dieses Erlernte inzwischen geändert haben oder gar nicht mehr da sind.

Oder ähnlich kontraproduktiv: Wenn wir unseren Glaubenssätzen mehr trauen, als der Realität!

Die Landkarte ist nicht das Land!

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Von Bert Brecht kann man in den „Geschichten von Herrn K“. lesen, wie er Menschen beurteilt, die er liebt:

„Was tun Sie“, wurde Herr K. gefragt, „wenn Sie einen Menschen lieben?“ –  „Ich mache einen Entwurf von ihm“, sagte Herr K., „und sorge dafür, dass er ihm ähnlich wird.“ –

„Wer? Der Entwurf?“ –“Nein“, sagte Herr K., „der Mensch.“

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Deshalb möchten wir Sie an dieser Stelle ermuntern, Ihre eigenen Glaubenssätze auf den Prüfstand zu stellen, damit Sie nicht das Bild, das Sie sich von einem Menschen gemacht haben, mit dem Menschen verwechseln.

Wer A sagt, muss deshalb nicht automatisch B sagen. Vielleicht ist C, D oder sogar Y die bessere Alternative. Vielleicht ist ein stilles Wasser ganz seicht und der Apfel weit weg vom Stamm gerollt?

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Halten denn diese beliebten Weisheiten und Short Cuts einer Überprüfung stand?

  • Am Montagvormittag und Freitagnachmittag erreicht man seinen Kunden meistens ganz schlecht.
  • Im August sind sowieso alle im Urlaub.
  • Das kann ich nicht.
  • Mathematik verstehe ich einfach nicht.

Hier kann man mal mit einen Zitat von Henry Ford antworten, das den Zusammenhang von Glaubenssatz und Realität verdeutlicht:

„Ob du denkst, du kannst es oder du kannst es nicht – in beiden Fällen hast du Recht.“

Ich alleine entscheide doch, was ich aus dem heutigen Tag mache, wie ich diese Aufgabe angehe und bewältige und welche Resonanz ich bekomme. Wenn man sich vornimmt, am heutigen Tag allen Menschen, denen man begegnet, ein Lächeln und ein Lob zu schenken, wird man einen ganz anderen Tag erleben als wenn man ihn mit schlechter Laune verbringt.