Gibt man den Suchbegriff „…ist Vertrauenssache“ in Google ein, erscheinen auf Seite 1 folgende Begriffe:

Fleischkauf ist Vertrauenssache!

IT ist Vertrauenssache!

Immobilien kaufen ist Vertrauenssache!

Fliegen ist Vertrauenssache!

Geldpolitik ist Vertrauenssache!

Fotolia ©ulza

 

Das Fliegen Vertrauenssache sein soll, ist ja noch einsichtig. Ansonsten erscheint mir der Begriff doch recht weit gefasst.  Wenn noch etwas fehlen sollte: Versicherungen sind sicher auch Vertrauenssache?

Nähern wir uns doch mal dieser Vertrauenssache an. Einverstanden?

Ganz offensichtlich will man damit ausdrücken, dass man vorher nicht weiß, wie es nachher ausgeht. Das ist aber Kennzeichen fast allen menschlichen Tuns! Wer morgens aufsteht oder sogar aus dem Haus geht, braucht grundsätzlich ein gewisses Vertrauen, dass er abends auch wieder nach Hause kommt.

Positiv gesagt: Jeder Mensch besitzt offensichtlich ein gewisses Ur-Vertrauen, ohne das Leben gar nicht möglich wäre.

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In der speziellen Situation des Einkaufens/Verkaufens stellt sich die Sache geringfügig anders dar. Wer zum Metzger geht, um sich dort seinen Schweinebraten zu besorgen, geht davon aus, dass er gute Ware für sein Geld erhält.

Der eine denkt sich, das ist ein Fachgeschäft. Hat also Vertrauen in die Marke. Der andere sieht die anderen Käufer und vertraut der Sozialen Bewährtheit. Der dritte fragt die Fleischfachverkäuferin, wo das Schwein herkommt. Welcher Bauer es geliefert hat und wie es gefüttert wurde vielleicht noch. Glaubt man diesen Auskünften, vertraut man also der Werbung! Noch einer fragt seinen Nachbarn, wo der seinen Schweinebraten kauft. Vertraut damit der Empfehlung. Ob die Empfehlung dann gut oder schlecht war, weiß man erst, wenn man sich drauf einlässt.

Hat der Braten dann aber gut geschmeckt – vorausgesetzt der Koch verstand sein Handwerk- hat der Metzger einen neuen Kunden gewonnen.

Halten wir also fest: Es braucht ein gewisses Grund-Vertrauen, wenn man etwas kauft. Solange bis man eigene Erfahrungen mit dem Kauf gemacht hat und sich eine eigene Meinung bilden konnte.

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Allerdings hat ‚Vertrauen‘ noch einen spezifischen Aspekt. Man gewinnt es langsam, verliert es aber schnell. Geradezu blitzartig mitunter. Wäre das Fleisch beim nächsten Einkauf verdorben, werden die meisten wohl ihren Lieferanten wechseln. Nur wer bereits Jahre dort einkauft und Vertrauen gefasst hat, wird eventuell einen Ausrutscher verzeihen!

Um also diesen erhaltenen Vertrauensvorschuss des Käufers zu bestätigen, muss der Metzger sein Qualitätsversprechen auch einhalten!

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Vertrauen, will man es denn behalten, braucht also Zuverlässigkeit, Transparenz und Kontinuität. Je öfter man mit jemandem Kontakt hat, umso mehr Vertrauen fasst man.

Hannibal Lecter, der psychopathische Massenmörder in ‚Das Schweigen der Lämmer‘ gibt FBI-Agentin Clarice Starling einen entscheidenden Tipp zur Ergreifung des Täters: „Wir beginnen zu begehren, was wir täglich sehen!“

Hat man einmal Vertrauen gefasst, entwickelt sich eine Beziehung. Das kann eine Partnerschaft, eine tragfähige Geschäftsbeziehung oder auch eine Obsession werden. Erweist sich dieser Kontakt dem entgegengebrachten Vertrauen als würdig und verhält sich zuverlässig und aufrichtig, steht einer langen Beziehung nichts im Wege. Das erklärt auch, wieso bei größeren Anschaffungen meistens ein längerer Einkaufsprozess durchlaufen wird.

Neben den fachlichen Aspekten, spielt halt diese „Vertrauenssache“ letztlich eine ganz entscheidende Rolle!

 

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