„Wer in der Öffentlichkeit Kegel schiebt, muss sich gefallen lassen, dass nachgezählt wird, wie viele er getroffen hat“, so das Bonmot des Breslauers Professors Heinrich Graetz Ende des 19. Jahrhunderts.

Inzwischen ist die Öffentlichkeit allerdings deutlich, um nicht zu sagen exponentiell gewachsen. Wer eine Webseite betreibt, sich in Blogs oder Beiträgen äußert, wer Fachartikel schreibt, Podcasts oder Videos produziert, Interviews gibt oder wer sonst wie kommuniziert, kennt das Phänomen: Es kommt zu Reaktionen.

Gehen wir kegeln?

©trahko/Fotolia.com

Auch Kundengespräche sind eine Kommunikationsform. Selbstverständlich zählen gerade wirkliche und potenzielle Kunden die geworfenen Pins akribisch nach. Das ist ihr gutes Recht! Eines allerdings darf der Kommunikator nie machen. Wirklich nie.

Zu glauben, es allen Recht machen zu können!

Gegenrede ist das Gewürz in der Suppe!

Nehmen wir beispielsweise Content Marketing, eine Sau, die derzeit oft durchs Dorf getrieben wird. Der Gedanke dabei: Zeige den Leuten völlig kostenlos, wer du bist, was du kannst, welche Meinung du vertrittst. Damit werden dir mit der Zeit immer mehr Leute folgen, die das, was du vertrittst, teilen oder gut finden.

Mit Content ist das aber auch so eine Sache. Meistens erkennt man echten Content daran, dass er mehr Zeichen enthält als Twitter derzeit zulässt. Aktuell ist Twitter ja noch auf 140 Zeichen pro Tweet begrenzt. 140 Zeichen entsprechen z.B. nicht einmal zwei Zeilen hier im Text.

Wer also mit der Öffentlichkeit kommuniziert, wird sich je nach Charakter und Typ entscheiden. Liefert er Content, also Inhalt oder macht er mit Schlagzeilen in 140 Zeichen auf sich aufmerksam. Beides wird seine Anhänger finden. Und natürlich kann man auch einen Marketing-Mix verfolgen und beispielsweise mit einem kurzen Tweet in Twitter auf einen längeren Artikel oder Beitrag in einem anderen Medium hinweisen.

Gleichwohl wird man, egal wie man es macht, immer mehr Kritiken zu hören bekommen als Lob. Das ist ein Phänomen der sozialen Medien. Die Follower sind die schweigende Mehrheit. Oder anders ausgedrückt:

Auf einen Kritiker kommen 100 oder 1000 Leute, die das gut finden, was man macht.

Das Fazit aus diesen Erkenntnissen? Gehen Sie in der Öffentlichkeit kegeln und kümmern sich nicht um die, die nachzählen. Es geht darum, so gut zu kegeln wie man kann und wie es einem selbst entspricht. Ihre Art zu kegeln wird nicht allen gefallen und auch ihre Trefferquote mag kritisiert werden. Sie werden auf der anderen Seite genügend Leute finden, die ihre Art zu Kegeln mögen. Mit denen sollten sie sich auf ein Spiel treffen.

PS: Mir ist bewusst, dass die Abbildung in diesem Artikel eine Bowlingkugekl und 10 Pins zeigt. Strike!

Hier die Kurzform dieses Artikels:
Egal ob Twitter oder Blog, ob SMS oder Brief. Machen Sie Ihr Ding!
(66 Zeichen inkl. Leerzeichen!)

 

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